Wetter
Hochwasser durch Regen und Schneeschmelze
Das Wetter in Mitteleuropa gestalten derzeit atlantische Tiefdruckgebiete. Sie ziehen in rascher Folge über Nord- und Ostsee hinweg nach Skandinavien und das Baltikum nach Nordosten. Mitteleuropa liegt durchweg an der Südflanke der Tiefs. Da die Luft in Tiefdruckgebieten entgegen dem Uhrzeigersinn strömt, wird mit einer westlichen bis südwestlichen Strömung milde und vor allem feuchte Atlantikluft herangeführt. Hierzulande dominiert dann frühlingshaft milde Luft und Regen anstatt Frost und Schnee das Winterwetter – ideale Bedingungen für frühzeitiges Tauwetterhochwasser.
In den letzten Tagen war es in Mitteleuropa für den Hochwinter sehr warm und windig; vielerorts wurde ein Januar-Temperaturrekord gemessen. Mit Föhnunterstützung erwärmte sich die Luft am Alpennordrand auf über 20°C. Währenddessen regnete es ausgiebig, insbesondere an den Nordhängen der Mittelgebirge und der Nordalpen. Örtlich fiel innerhalb von 48 Stunden bis zu 40 l/m2 Niederschlag.
Insgesamt ist in weiten Landstrichen während der ersten Januarhälfte bereits mehr Regen gefallen als für den gesamten Monat zu erwarten wäre. Parallel dazu schmolzen die heftigen Warmluftstürme den Schnee der Mittelgebirge fast vollständig, den der Alpen merklich. Die Summe aus Schmelzwasser und Regen bezeichnet man als Niederschlagsdargebot – es wuchs durch die aktelle Wetterlage gewaltig. Infolgedessen schwollen die Flüsse an, zunächst die Nebenflüsse entlang der Berge, dann auch Neckar, Main, Rhein und Donau.
Da die stabile Westwetterlage immer neuen atlantischen Tiefdruckgebiete mit Warmluft und Regen garantiert, ändert sich die Hochwassersituation nicht grundsätzlich. Je nach Regenintensität kann das Niederschlagsdargebot regional und kurzzeitig ansteigen; der Beitrag aus Schmelzwasser schwindet mit den Schneeresten in den Bergen.
Quellen: Dipl.-Met. Johanna Anger: Niederschläge lassen Pegel ansteigen. Thema des Tages, Newsletter des Deutschen Wetterdienstes (DWD) vom 13.01.2015
Erstellt am 14. Januar 2015
Zuletzt aktualisiert am 14. Januar 2015
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