Wetter

Mit den Hundstagen endet die Hochsommerhitze

von Holger Westermann

Regenfront

Die heißesten Tage des Jahres gruppieren sich zwischen 23. Juli und 23. August; heuer (in diesem Jahr) füllte eine Hitzewelle den gesamten Zeitraum. Von Hundstagen spricht man, weil derweil das Sternbild „Großer Hund“ am Firmament aufzieht. Es gehört zu den 48 Sternbildern der klassischen griechischen Astronomie (unabhängig von den Sternzeichen oder Tierkreiszeichen der Astrologie). Damals ging Sirius, der zentrale und hellste Stern Anfang August über Griechenland auf. Bis heute hat sich dieses astronomische Ereignis um vier Wochen nach hinten verlagert. Seine aktuelle Popularität verdankt der Begriff Hundstage wahrscheinlich der bevorzugten Aktivität von Haushunden bei Hitze: in einer kühlen Ecke liegen und Bewegung vermeiden - viele Menschen möchten es ihnen dann gleich tun.

Die aktuelle Hochsommerhitzewelle wird mit dem letzten Hundstag auslaufen. Bis dahin plagt das sehr warme Wetter die Menschen hierzulande weiterhin. Eine Hochdruckbrücke von den Azoren bis nach Russland heizt noch einmal mächtig ein. Absinkende Luft erwärmt sich und die Strömung mit dem Uhrzeigersinn um das Zentrum führt von Süden warme bis heiße Luft heran. die Tagesmaxima überschreiten vielerorts noch einmal 25°C, mancherorts werden sogar 35°C erreicht. Bei dieser Hitze fühlen sich viele Mitteleuropäer „hundsmiserabel" oder „hundeelend". Nicht nur Menschen mit Herz-Kreislauf-Problemen wünschen sich ein rasches Ende der Hundstage herbei, zumal in manchen Bundesländern die Sommerferien bereits beendet sind und Hitze keine ideale Umgebung für Unterricht und Arbeit ist.

Präzise zum Ende der Hundstage zerbröselt die mächtige Hochdruckbrücke und von Nordwest zieht die Kaltfront eines Atlantiktiefs über Mitteleuropa. Sie schiebt die feuchtwarme Luft beiseite, hebt sie dabei kurz an und so entstehen auf breiter Front mächtige Gewitter mit böigem Wind und Starkregen. Der Temperaturrückgang wird deutlich spürbar sein, von über 30°C auf 17 bis 21°C. Dazu wird ergiebiger Regen erwartet - nach der Dürre an sich eine willkommene Erfrischung für Garten und Natur - wenn das Wasser denn im hartgetrockneten Boden versickern kann und nicht an der Oberfläche von dannen fließt und sich zu Überschwemmungen sammelt.

Nachts wird es sogar empfindlich kühl, mancherorts sinkt die Temperatur auf 12 bis 7°C. Für Camper kann das schon recht frisch werden, wenn sie die lauen Nächte der letzten Wochen erwarten (meteorologisch: Tropennächte in denen die Temperatur nicht unter 20°C fällt). Nach der kurzen Frischluftzufuhr und kräftigen Abkühlungsschauern wird sich das Wetter wieder beruhigen und Hochdruckeinfluss breitet sich wieder über Mitteleuropa. Doch die Tagesmaxima bleiben wahrscheinlich moderater, inzwischen sind die Nächte schon wieder länger geworden, für die Auskühlung bleibt jeden Tag mehr Zeit. So wird nach der Hundstagehochsommerhitze nun sonnigwarmes Spätsommerwetter erwartet.

Quellen:

Dipl.-Met. Simon Trippler: Das Ende der Hundstage. Thema des Tages, Newsletter des Deutschen Wetterdienstes (DWD) vom 20.08.2018

Erstellt am 21. August 2018
Zuletzt aktualisiert am 21. August 2018

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