Wetter
Kompaktes Tief flutet Mitteleuropa

Das Zentrum des Tiefdruckgebiets „Axel“ verharrt über dem Dreiländereck Österreich-Tschechien-Slowakei. In einem weiten Bogen lenkt eine Strömung entgegen dem Uhrzeigersinn feuchte Mittelmeerluft um die Alpen herum in Richtung Ostsee. Dort mischt sich kühle Nordmeerluft hinzu und diese ideale Mixtur für ergiebigen Regen trifft zum Abschluss der Kreisbewegung auf die deutschen Mittelgebirge und die Alpennordseite. Die gefühlte Temperatur sinkt deutlich unter den Thermometerwert.
Die Vereinigung der unterschiedlichen Luftmassen verläuft spektakulär: in schwüler Luft bilden sich schwere Gewitter die in eng abgegrenzten Regionen erheblich Regenmengen mit sich bringen. In direkter Nachbarschaft kann es noch lange trocken bleiben, bis steter Landregen einsetzt. Wo es regnet, sinkt die Lufttemperatur von 25°C auf 15°C. Unter Gewitterwolken weht dazu ein böiger Wind, so dass die gefühlte Temperatur von schwülwarm auf nasskalt noch deutlicher fällt.
Je länger die Luftströmung von Tief „Axel“ wirkt, um so größer wird der Einfluss kalter Luftmassen. Dann sinkt die Gewitterneigung, doch die Intensität der großflächig auftretenden Niederschläge nimmt zu. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt vor Starkregen im Allgäu sowie am Alpenrand, der Bodenseeregion und im Westen Österreichs von Vorarlberg bis Salzburg, später auch im Osten Deutschlands. Vielerorts sind mehr als 100l/m2 möglich, mancherorts fällt diese Menge auch in kurzer Zeit. Ein oder zwei Tage später kann es an großen Flüssen, die weite Landschaften entwässern und gleichzeitig die letzte Schneeschmelze aufnahmen, zu Überschwemmungen kommen.
Für wetterempfindliche Menschen ist die anhaltend kühle, düster wolkenverhangene und regnerische Witterung eine spürbare Gesundheitsbelastung. Gelenkschmerzen und Muskelverspannungen treten mit größerer Wahrscheinlichkeit auf und Motivation sowie Konzentrationsfähigkeit leiden.
Quellen: Dipl.-Met. Christian Herold: Tief Axel bringt ergiebigen Regen mit Hochwassergefahr. Thema des Tages, Newsletter des Deutschen Wetterdienstes (DWD) vom 20.05.2019
Erstellt am 21. Mai 2019
Zuletzt aktualisiert am 22. Mai 2019
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