Wetter

„Lorenzo“ bringt Kaltluft

von Holger Westermann

Inzwischen hat sich der atlantische Hurrikan „Lorenzo“ (Luftströmung entgegen dem Uhrzeigersinn um das Zentrum) zum Orkantief und nun zum Sturmtief abgeschwächt. Von Irland aus zieht das regenreiche Tiefdruckgebiet nun südostwärts und überquert dabei Deutschland. Gemeinsam mit einem Hoch über Island und Norwegen (Luftströmung im Uhrzeigersinn) lenkt das Tief, je weiter es voran kommt, von Nordosten sehr kalte Polarluft nach Mitteleuropa. Es wird sehr kalt. Mancherorts gefriert frühmorgens der Tau zu Reif, bis 1500m hinab kann Schnee fallen.

Im Süden und Westen Deutschlands bleibt zunächst noch ein Rest Warmluft erhalten. Mit der Verlagerung des Tiefs „Lorenzo“ in Richtung Alpen und Balkan ändert sich auch im Südwesten die Windrichtung von Süd(west) auf Nordwest. Damit wird es auch dort, wie ansonsten bereits in ganz Mitteleuropa, spürbar kälter. Im Osten Deutschlands und in Österreich kann es bis in die Niederungen sogar frostig kalt werden. An den Alpen verstärkt stürmischer Wind den physiologisch wirksamen Kältereiz. Bergtouren sind bei diesem Wetter nicht nur unangenehm, sondern wegen der starken Auskühlung sogar gesundheitsgefährdend. Aber auch in tiefer gelegenen Regionen wird sich der Temperaturrückgang merklich auf das Wohlbefinden und die Gesundheit auswirken.

Bei kühler Lufttemperatur, hoher Luftfeuchte und starkem Wind, der das körpernahe Luftpolster aus der Kleidung drückt, geht sehr rasch viel Körperwärme verloren. Die gefühlte Temperatur liegt weit unter dem Thermometerwert. Entsprechend drastisch reagiert der Körper: Die Adern verengen sich und die Muskulatur neigt zu Verkrampfungen. Damit steigt der Blutdruck, Gelenke schmerzen und die Bronchien können sich zusammenziehen wodurch das Atmen schwerer fällt. Im Extremfall, bei sehr drastischem Temperaturrückgang oder wenn der Körper fröstelt, drohen Muskelverletzungen, Rheumaschmerz, Asthmaattacke oder gar Herzinfarkt.

Es ist an der Zeit, die Garderobe auf Herbst umzustellen. Selbst wenn sich noch einmal ein „goldener Oktober“ einstellen sollte - wonach es derzeit nicht aussieht - wird es nach der nun immer länger währenden Nacht frühmorgens stets „frisch“ sein. Ein Euphemismus für „unangenehm kalt“. Derzeit versprechen die Prognosen jedoch einen Rückgang des Regendefizits, das sich während der Monate zur Jahresmitte aufgebaut hatte.

Quellen:

Eigenartikel der Menschenswetter Redaktion

Erstellt am 4. Oktober 2019
Zuletzt aktualisiert am 5. Oktober 2019

Unterstützen Sie Menschenswetter!

Die Höhe des Beitrags liegt in Ihrem Ermessen.

Weitere Informationen...

 3 Euro    5 Euro    12 Euro  
 Betrag selbst festlegen  

Elektrisierende Vorweihnachtszeit

Allerorten erstrahlt nun wieder die elektrische Weihnachtsbeleuchtung der Einkaufsstraßen, mancher hat schon Wohnung, Haus und Garten festlich illuminiert - doch das ist kein Thema für Menschenswetter. Doch die aktuelle Kälte wirkt nicht nur auf die Gesundheit, sondern auch überraschend elektrisierend. Denn in kalter Luft steigt die Chance einen harmlosen aber erschreckenden elektrischen Schlag zu bekommen. weiterlesen...


Admarker

Das Projekt Menschenswetter

Unterstützen Sie Menschenswetter!

Die Höhe des Beitrags liegt in Ihrem Ermessen.

 

 3 Euro    5 Euro    12 Euro  
 Betrag selbst festlegen  

  weiterlesen...


Für den positiven Effekt genügt schon eine Trainingseinheit

Sport strafft den Körper, verlängert die Ausdauer, erfrischt den Geist und befreit das Gemüt. Der dazu notwendige Aufwand wird von vielen Menschen überschätzt. In einer kleinen experimentellen Studie mit betagten Bewegungsmuffeln bewirkte schon moderates aber regelmäßiges Engagement eine deutliche Verbesserung. weiterlesen...


Depressiv durch Heuschnupfen

Die Symptome stören und bieten den Mitmenschen in direkter Umgebung keine attraktive Gesellschaft: geschwollene Lider, rote tränende Augen, „laufende“ Nase und minutenlanges Niesen. Hinzu kommen die unsichtbaren Leiden wie Kratzen im Hals und Rachen sowie Schlafstörungen - die das Körpergefühl der Betroffenen erheblich beeinträchtigen. Jugendliche leiden besonders intensiv darunter, da sie sich aufgrund dieser Symptome der Pollenallergie von der Gemeinschaft Gleichalter ausgeschlossen fühlen. Unerwartet oft ist Depressivität die Folge. weiterlesen...


Herzinfarkt ist ein Privileg der Menschheit

Selbst Schimpansen im Zoo, die ein unnatürliches Alter erreichen und im Vergleich zu wildlebenden Artgenossen übergewichtig sind, kennen keine Arterienverkalkung und keinen klassischen Herzinfarkt. Menschen sind, abgesehen von eigens gezüchteten Labormäusen, die einzigen Säugetiere mit einem hohen Risiko für Arteriosklerose, Gefäßverschluß und Herztod. Ein entbehrliches Privileg, das sich jedoch aus gutem Grund in der Evolution der Menschen durchsetzen konnte. weiterlesen...


Anhaltende Hitze züchtet potentiell pathogenen Pilz

Die meisten Arten der Candida-Hefepilze sind unproblematisch, doch wenige können Krankheiten hervorrufen sowie durch andere Erkrankungen oder therapeutische Maßnahmen (beispielsweise Beatmung) geschwächte Patienten besiedeln. Dazu müssen die Pilze im Körper bei rund 37°C überleben und wachsen können - das gelingt seit einigen Jahren auch aggressiven Formen. weiterlesen...