Wetter

Feuchtes Finale des Frühsommerfrühlings

von Holger Westermann

Derzeit dominieren Dürre, Wärme und Sonnenschein das Wetter hierzulande. Wer sich dabei unwohl fühlt, darf auf Veränderung hoffen. In wenigen Tagen ändert sich die Großwetterlage über Mitteleuropa. Bis Anfang Mai wird es hierzulande noch einmal wechselhaft wolkig, kühler und mancherorts fällt endlich mal wieder ausreichend Regen.

Wobei „ausreichend“ Regen noch lange nicht bedeutet, dass damit die Dürre der letzen vier Wochen oder gar die Wasserdefizite der trockenen Sommer 2018 und 2019 ausgeglichen würden. Es wird lediglich ausreichen, den Rasensprengern eine Pause zu gönnen, die Aussaat zu ermöglichen und die Waldbrandgefahr zu reduzieren - sowie Staub und Pollen aus der Atemluft zu waschen.

Ergiebige Quelle des Regens ist das Tief „Walli“. Es ist Teil einer großräumigen Tiefdruckzone, die vom Atlantik heranzieht und das Hochdruckgebiet „Odilo“ ostwärts beiseite schiebt. Als ersten spürbaren Effekt des neuen Wetterdynamik über Mitteleuropa führt ein schwacher Nordwind deutlich kühlere Luft heran, am Himmel bilden sich Schleierwolken, die Sonne scheint nicht mehr so klar wie in den letzten Wochen. Noch regnet es nicht. Die nächsten Tage bleiben trocken und weiterhin „für die Jahreszeit zu warm“ - aber nicht mehr frühsommerliche 25°C, sondern lediglich frühlingshaft mit bis zu 20°C.

Danach dominiert noch einmal Hochdruckeinfluß, denn „Odilo“ reckt sich erneut Richtung Mitteleuropa und blockiert den Tiefdruckvorstoß während des Wochenendes. Letztendlich obsiegen aber die mit Vehemenz heranziehenden Tiefdruckgebiete. Zunächst zieht ein kleinräumiges Tief aus dem Seegebiet zwischen Island und Schottland südostwärts auf Mitteleuropa zu. Dann breitet sich an der Südflanke eine Tiefdruckzone vom westlichen Mittelmeerraum nordwärts über Frankreich bis nach Deutschland und Österreich aus. Wann Kaltluft aus dem Norden und wann feuchtwarme Luft aus dem Süden den Regen stimuliert ist bei dieser hochdynamischen Wetterlage gar nicht so einfach zu prognostizieren. Sicher ist aber: Es wird endlich mal wieder regnen.

Der Staub bleibt am Boden gebunden, die Pollen und der Feinstaub werden aus der Luft gewaschen - und schichten sich als klebriger Belag auf Wegen, Gartenmöbeln und Autos. Danach empfinden viele Menschen die Atemluft aber frischer, denn sie ist kühler, sauberer und enthält mit etwas Verzögerung auch mehr Sauerstoff. Denn die lange währende Trockenheit hinderte viele Pflanzen an effektiver Photosynthese, die für die Freisetzung von Sauerstoff verantwortlich ist. Auf dem Land ist dieser Effekt verschwindend gering, nicht aber in dicht bebauten Städten mit wenig Grünflächen. Dort wirkt sich Regen oder Bewässerung auch messbar positiv auf die Luftbefeuchtung und die Qualität der Atemluft aus. Die feuchte Unterbrechung des „guten Wetters“ hat auch positive Effekte.

Quellen:

Dipl.-Met. Lars Kirchhübel: Das Sommerfeeling im Frühling neigt sich dem Ende entgegen!  Thema des Tages, Newsletter des Deutschen Wetterdienstes (DWD) vom 24.04.2020

Erstellt am 24. April 2020
Zuletzt aktualisiert am 24. April 2020

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