Wetter

Rückkehr des Frühsommers

von Holger Westermann

Derzeit verstärkt sich das Hochdruckgebiet „Quirinius“ und streckt sich inzwischen von der Irischen See bis nach Mitteleuropa. Den Anschluss zum massiven Hochdruckrücken von Korsika und Sardinien bis zur Türkei verhindert ein kleines Tief über Iberischen Insel und Nordafrika. Der Tiefdruckwirbel schleudert viel Staub in die Atmosphäre, die mit dem warmen Südwind bis über die Alpen transportiert wird. In Frankreich und Norditalien steigt die Lufttemperatur über 35°C; über Türkei und Griechenland liegt bereits sehr warme Luft und dort werden über 40°C erwartet - im Mai.

Kaum sind die Eisheiligen 2020 vorbei, kehrt der Frühsommer nach Mitteleuropa zurück. Lediglich im Norden Deutschlands stören noch einzelne Fronten von skandinavischen Tiefdruckgebieten mit kühler Luft, Wolken und Regen. Das Tief „Aki“ über Nordnorwegen schiebt mit der Luftströmung entgegen dem Uhrzeigersinn an seiner Rückseite kalte Polarluft über die Ostsee. Einen ganz anderen Effekt für Mitteleuropa bewirkt das südeuropäische Tief „Doreen“. An dessen Vorderseite wird heiße Saharaluft nordwärts transportiert und bewirkt einen markanten und rasanten Temperaturanstieg, der alsbald auch hierzulande zu spüren sein wird.

Maximalwerte wie am Mittelmeer werden zwar nicht erreicht, aber ein Reigen von Sommertagen mit mehr als 25°C ist im Mai für die Menschen in Deutschland und Österreich ungewöhnlich. Der rasche Temperaturanstieg belastet Herz und Kreislauf, die zumindest in den ersten Tagen hohe Staublast reizt die Atemwege und infolge der Trockenheit bei Hitze wird in den Städten die Ozonkonzentration ansteigen. Durch das derzeit geringe Verkehrsaufkommen fällt der Anstieg von Stickoxyden und Ozon allerdings geringer aus als gemeinhin zu befürchten wäre. Allerdings muss inzwischen schon mit Pollenbelastung durch Sommerblüher gerechnet werden.

Nach aktuellen Prognose wird die Wetterlage zumindest eine Woche weitgehend stabil bleiben. Gartenbesitzer und Balkonkästenbegrüner müssen sich um die Bewässerung kümmern, alle anderen Menschen dürfen das sonnigwarme Sommerwetter genießen. Der Hochdruckeinfluss garantiert weitgehend wolkenfreien Himmel, wobei nachmittags Quellwolken entstehen können und lokale Wärmegewitter möglich sind. So verständlich der Drang zu spärlicher Sommerbekleidung ist, die bislang noch wenig sonnengewöhnte Haut bedarf eines wirksamen Schutzes gegen ultraviolette Strahlung (UV) - entweder mit luftiger aber bedeckender Garderobe oder mit hochgradigem Sonnenschutz (zumindest UV Faktor 30). Ansonsten könnte das sorglose Sonnenbad ein einmaliges Vergnügen werden - da man die verbleibenden warmen Schönwettertage mit schmerzendem Sonnenbrand bewegungslos im Schatten verbringt.

Quellen:

Dipl.-Met. Magdalena Bertelmann: "als Quirinius Statthalter in Syrien war“. Thema des Tages, Newsletter des Deutschen Wetterdienstes (DWD) vom 15.05.2020

Dipl.-Met. Marco Manitta: Wann wird es wieder sommerlich warm? Thema des Tages, Newsletter des Deutschen Wetterdienstes (DWD) vom 16.05.2020

Erstellt am 17. Mai 2020
Zuletzt aktualisiert am 17. Mai 2020

Unterstützen Sie Menschenswetter!

Die Höhe des Beitrags liegt in Ihrem Ermessen.

Weitere Informationen...

 3 Euro    5 Euro    12 Euro  
 Betrag selbst festlegen  

Rangelei in der Atmosphäre

Derzeit erfreut das Hochdruckgebiet „Steffen“ die Menschen in Mitteleuropa mit frühsommerlichem Wetter. Doch der hohe Luftdruck mit „warmem Wind von oben“ wird durch ein Höhentief gestört, das sich von Osten heranschiebt. Das Barometer zeigt weiterhin auf „schön“, doch tatsächlich wird das Wetter kühl und zunehmend wechselhaft. weiterlesen...


Admarker

Das Projekt Menschenswetter

Unterstützen Sie Menschenswetter!

Die Höhe des Beitrags liegt in Ihrem Ermessen.

 

 3 Euro    5 Euro    12 Euro  
 Betrag selbst festlegen  

  weiterlesen...


Heuschnupfen durch Frühlingsregen

Bei Hitze schweben Pollen lange in der Luft und verbreiten sich sehr weit. Dabei erreichen sie zuverlässig in hoher Konzentration die Nase der Allergiker und reizen die Atemwege. Erst ausgiebiger Regen reduziert die Reizung und schafft nachhaltig Linderung - dachte man bislang. Doch Messungen zeigten, dass Frühlingsregen die Belastung für Allergiker und Asthmatiker sogar verstärken kann. weiterlesen...


Schaumbad ist gut für die Gesundheit

In Japan gilt das Bad in den natürlichen oder geschaffenen Bassins heißer Quellen (Onsen) nicht allein der Körperhygiene, sondern ist ritualisierte Tradition, die Körper und Geist verwöhnt. Ein japanisches Forscherteam untersuchte nun die Wirkung sehr warmer Bäder auf die Gesundheit von Herz und Kreislauf. weiterlesen...


Corona-Kompetenz: Körpertemperatur korrekt bewerten

Fiebermessen ist eine Alltagsfertigkeit. Moderne Geräte mit Displayanzeigen erleichtern das präzise Anlesen auf die erste Dezimalstelle genau. Traditionalisten bevorzugen die analoge Technik, weil sie auch ohne Batterien funktioniert. Dafür nehmen sie einen Messfehler von 0,1°C in Kauf. Einigkeit besteht jedoch darin, dass eine Körpertemperatur von 37°C den Normalwert markiert. Doch diese Regel ist nicht mehr up-to-date. weiterlesen...


Corona-Quarantäne schützt vor geschlechtertypischen Krebserkrankungen

Spaziergänge sind derzeit nur in raschem Schritt erlaubt - wenn sie nicht dem Naturerlebnis dienen, sondern als Sport gelten können. Da ist man schnell ausser Puste und die Verweildauer im Licht der Frühlingssonne bedeutet noch kein Gesundheitsrisiko. Eine erheblich höheres, bislang oft zu unrecht wenig beachtetes Risiko für Krebserkrankungen bringt dagegen das Schlendern durch die nächtlichen Straßen mit sich: das starke Kunstlicht moderner LED-Straßenlampen. Glücklicherweise ist das jetzt verboten. weiterlesen...