Wetter
Frühlingserwachen mit einem veritablen Wärmesprung
Nach einer garstig kalten Aprilwetterepisode, mancherorts mit üppigem Schneefall garniert, wird es nun wieder sonnig und warm - leider nur vorübergehend. Prognosen fürs Osterwetter sind noch vage.
Eine extrem wechselhafte Woche geht zu Ende. Von Sturm über Dauerregen, Gewitter und Schnee bis in tiefe Lagen wurde den Menschen in Mitteleuropa alles präsentiert, was das ein April an Wetterwirrnis zu bieten hat. Doch jetzt erklimmt die Thermometeranzeige wieder Werte, die zuvor letztmals am 1. Januar gemessen wurden. Genau, der Neujahrstag war bislang der wärmste Tag des Jahres. Aber jetzt animieren Sonnenschein und Sonnenstrahlung die Vögel zu einem Revival ihrer Revierstreitigkeiten und Lockrufe, die von Menschen als frühlingsfröhlicher „Gesang“ interpretiert werden. Aufgrund der ruhigen Hochdruckwetterlage übersteigt die gefühlte Temperatur den Thermometerwert deutlich - auch Menschen spüren den Abschied von der Winterwitterung.
Der Schwerpunkt der Hochs „Reiner“ liegt derzeit genau über Deutschland. In sternklaren Nächten strahlt die im Boden gespeicherte Wärme in Weltall ab und so ist es vielerorts frühmorgens frostig kalt. Lediglich im Einflussbereich der mäßig warmen Wassermassen von Nord- und Ostsee bleibt es zuverlässig frostfrei. Mit den ersten Sonnenstrahlen des Tages beginnt die rasche Erwärmung auf 15 bis 20°C, in den kommenden Tagen können auch Tagesmaxima von mehr als 25°C erreicht werden. Denn langsam verlagert sich das Hochdruckgebiet südostwärts und die Luftströmung im Uhrzeigersinn um das Zentrum führt mit Südwestwind warme Luft aus Afrika und Südeuropa heran. Unterstützt und stabilisiert wird dieser Luftmassentransport durch das Tief „Pamela“ südwestlich von Irland (Luftströmung entgegen dem Uhrzeigersinn um das Zentrum)
Typisch für eine warme Südwestströmung ist, dass die Menschen im Nordosten Mitteleuropas besonders ausdauernd Geduld übern müssen, bevor der Effekt auch bei ihnen spürbar wird. Dass der Wetterfrühling bis Ostern anhält, ist nach den aktuellen Prognosen wenig wahrscheinlich. Die Verlagerung des Hochdruckgebiets ermöglicht den Übergriff von Atlantiktiefs auf Mitteleuropa, die von Nordosten her Regen bringen. Eine erneute Schneeepisode ist jedoch nicht zu erwarten.
Quellen: Dipl.-Met. Marco Manitta: Es geht bergauf! Thema des Tages, Newsletter des Deutschen Wetterdienstes (DWD) vom 10.04.2022
Erstellt am 11. April 2022
Zuletzt aktualisiert am 11. April 2022
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