Fettreiche Ernährung fördert die Steinbildung, aber es gibt noch weitere Risiken

Weihnachtszeit lässt Gallensteine wachsen

von Holger Westermann

Gallensteine sind in 80 Prozent der Fälle Cholesterinsteine, die anderen 20 Prozent bestehen vornehmlich aus dem Gallenfarbstoff Bilirubin und werden daher als Pigmentsteine bezeichnet. Kreist zuviel Cholesterin im Blut kann es in der Galle auskristallisieren – und das Fett im Blut kommt zuallererst aus der typischen Winter-Nahrung. Doch ganz so einfach ist es offensichtlich nicht.

Es ist vielmehr das Fett am Bauch als das auf dem Teller, wodurch die Bildung von Gallensteinen angeregt wird. „Hochkalorische Kost, ebenso wie ballaststoffarme Kost und Übergewicht, stellen typische Ursachen von Gallensteinen dar“, erklärt Christine Leicht, Ernährungsberaterin und Dozentin am Lehrstuhl für Ernährungsmedizin der Technischen Universität München.

Jetzt radikal umzusteuern und eine Blitzdiät einzuleiten ist aber genau der falsche Weg. Denn der konsequente Verzicht auf Fett in der Nahrung unterbindet die Aktivität der Gallenblase, die Gallenflüssigkeit wird nicht abgerufen und kristallisiert zum Gallenstein. Vielleicht liegt ja auch hier einer der Gründe, warum Frauen häufiger unter Gallensteinen leiden als Männer – sie sind eher bereit sich den Entbehrungen einer Reduktionsdiät zu unterziehen.

Menschen, die zu Gallensteinen neigen, müssen mehr als andere auf ihre Ernährung achten. Sinnvoll ist es auf tierische Fette zu verzichten: Lieber Schinken als Wurstaufschnitt, nur wenig Käse, kaum Butter. Auch bei der Zusammenstellung von Mahlzeiten kann eine Verschiebung der Mengenverhältnisse zu Lasten der Fleischration und zu Gunsten des Gemüseanteils den positiven Effekt unterstützen. Auf den Weihnachtsbraten muss man nicht verzichten, denn auch Pute oder Ente sind lecker – es muss nicht unbedingt die Gans sein. Ein wenig Aufmerksamkeit beim Einkauf ist notwendig, Askese aber nicht. Sie wird auf Dauer ohnehin nur von sehr wenige Menschen durchgehalten.

Ansonsten gelten die selben Regeln wie sich für eine „gesunde Ernährung“ allerorten vorgestellt werden: Mehr Ballaststoffe (unverdauliche Pflanzenfasern in Obst, Gemüse, Vollkorngetreide, Hülsenfrüchten) unterstützen die Darmtätigkeit und reduzieren die Verweildauer der Nahrung im Darm. Fisch- und Nussöle verbessern die Cholesterinwerte im Blut, insbesondere das Verhältnis der ungesunden LDL- (Low Density Lipoprotein) zu den positiv wirkenden HDL-Cholesterinen (High Density Lipoprotein). Dabei ist es ein angenehmer Nebeneffekt, dass Berücksichtigung des Gallenstein-Risikos bei der Ernährung eine spürbare und sehr bald auch sichtbare Gewichtsreduktion mit sich bringt.

Quellen:

Melzer, M. (2012): Gallensteine: Wie wichtig ist die Ernährung? Apotheken-Umschau.de vom 27.11.2012.

Erstellt am 27. November 2012
Zuletzt aktualisiert am 27. November 2012

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