Gemüsesaft könnte sich zur natürlichen Therapie-Alternative entwickeln
Rote Bete senkt den Blutdruck
Nicht die süßsauer eingelegten Scheiben oder Bällchen, sondern der gepresste Saft von Beta vulgaris subsp. vulgaris (Conditiva-Gruppe) entlastet offensichtlich das Herz-Kreislauf-System. Schon ein viertel Liter täglich senkt den systolischen Blutdruck von Hypertonikern um durchschnittlich 12 mmHg. Damit erreicht der Gemüsesaft die Wirksamkeit von blutdrucksenkenden Medikamenten.
Vor Nitrat im Gundwasser und im Trinkwasser wird regelmäßig gewarnt. Denn im Körper wandelt sich das Nitrat (chemisch NO3-) zunächst in Nitrit (NO2-) und dann in Nitrosamine (R2NNO) um, von denen fast alle Formen (rund 90%) als krebserregend gelten. Doch Nitrat, beispielsweise aus Gemüse, kann im Körper auch eine positive Wirkung entfalten, wie die Pharmakologin Prof. Dr. Amrita Ahluwalia vom Queen Mary Universität in London Großbritannien) erläutert. Wird Nitrat im Blut zu Stickstoffmonoxid (NO) umgewandelt weitet es die Gefäße, senkt den Blutdruck und verbessert den Blutfluss.
In einem Experiment gaben die Forscher 15 Hypertonie-Patienten, die trotz eines systolischen Blutdrucks von 140 bis 159 mm Hg noch keine Medikamente erhalten hatten, täglich 250 ml Rote Beete Saft (Versuchsgruppe) oder Wasser (Kontrollgruppe) zu trinken. Diese Menge Rote Beete Saft bewirkte bei den Patienten einen etwa 50%igen Anstieg des Nitratgehalts im Blut.
In früheren Experimenten war bei Menschen mit normalem Blutdruck keine Änderung des Blutdrucks festgestellt worden. Bei den Bluthochdruck-Patienten zeigte sich jedoch ein sehr deutlicher Abfall des systolischen und ein deutlicher Abfall des diastolischen Blutdrucks. Der Effekt hielt über 24 Stunden an, am deutlichsten war die Wirkung zwischen 3 und 6 Stunden nach dem Genuss des Gemüsesaftes messbar.
Weitere Studien, die eine größer Zahl von Teilnehmern einschließen, sind notwendig, um die festgestellten Effekte des Rote-Bete-Saftes verallgemeinern zu können. Daher gibt es derzeit für die American Heart Association noch keine Veranlassung, Hypertonikern eine Rote Bete Therapie zu empfehlen. Zudem sei zu berücksichtigen, dass der Geschmack der Roten Bete nicht allen Menschen zusagt. Auch die typische Rotfärbung des Urins wirke auf viele Patienten irritierend.
Für die Fachleute sind die Studienergebnisse aber Grund genug, nicht mehr generell vom Verzehr nitratreicher Lebensmittel abzuraten. Zukünftig könne sich die Rote Bete Therapie durchaus als natürliche Variante zur Blutdrucksenkung etablieren.
Quellen: Ghosh, S.M. et al. (2013): Enhanced Vasodilator Activity of Nitrite in Hypertension - Critical Role for Erythrocytic Xanthine Oxidoreductase and Translational Potential. Hypertension, online veröffentlicht am 15. April 2013.
Erstellt am 17. April 2013
Zuletzt aktualisiert am 18. April 2013
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