Reflux der Magensäure reizt die Bronchien
Penetrantes Sodbrennen provoziert Asthma
Wer ständig mit einem sauren und schmerzhaften Aufstoßen zu kämpfen hat, riskiert Verätzungen der Speiseröhre, die nur sehr schwer heilen. Zudem steigt auch das Risiko an Asthma zu erkranken, denn die Säure kann auch in feinsten Tröpfchen in die Bronchien gelangen. Das Gewebe dort ist sehr viel empfindlicher als die robuste Speiseröhre. Bei wiederholter Schädigungen kann sich sehr schnell eine chronische Entzündung der oberen Atemwege entwickeln.
Opulente Mahlzeiten fordern die erste Stufe der Verdauung im Magen, es wird reichlich Magensäure produziert. Dabei ist es gleichgültig, ob die Nahrung besonders süß, fettreich oder zu scharf gewürzt ist – jedes Übermaß an Reizen stimuliert eine übermäßige Säureproduktion im Magen. Die mechanische Durchmischung (Perestaltik) fällt schwer, wenn der Magen stramm gefüllt ist. Magensäure kann dabei in die Speiseröhre gedrückt werden (Reflux).
Aber auch chronischer Stress kann die Produktion von Magensäure anregen und zu einem unangenehmen Bauchgefühl führen. Wer dann Kaffe oder Alkohol trinkt oder gar eine Entspannungszigarette raucht, lähmt den Magenmuskel, der die Speiseröhre vor der aggressiven Flüssigkeit schützt. Auch so kann chronisches Sodbrennen entstehen.
Zwar erkrankt nicht jeder Mensch, den oft ein schmerzhafter Säurereflux quält sogleich an Asthma, aber Ärzte gehen davon aus, dass zwischen 50 bis 90 % der Asthmatiker auch unter aufsteigender Magensäure leiden. Gelangt die ätzende Säure in die Lunge wird das Immunsystem alarmiert, die Schleimhaut der Bronchien wird auf diesen „Angreifer“ sensibilisiert. Künftig genügt eine kleine flüchtige Reizung um eine massive Immunantwort, eine Entzündung auszulösen. Letztendlich kann sich daraus Asthma entwickeln.
Wer also öfter als einmal pro Woche unter schmerzhaftem Sodbrennen leidet, sollte dies nicht nur als lästig empfinden, sondern unbedingt therapieren lassen. Zum einen ist die andauernde Verätzung der Speiseröhre an sich schon eine ernstzunehmende Erkrankung, zum anderen gilt es das Asthmarisiko zu reduzieren.
Quellen: Barbas, A.S. et al. (2008): Chronic aspiration shifts the immune response from Th1 to Th2 in a murine model of asthma. European Journal of Clinical Investigation 38(8): 596-602. DOI: 10.1111/j.1365-2362.2008.01976.x
Erstellt am 14. Juni 2013
Zuletzt aktualisiert am 14. Juni 2013
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