Obst und Gemüse reduzieren das Risiko für chronische Entzündungen
Vegetarische Ernährung verhindert COPD
Wer zum Vergnügen verbrannte Pflanzen inhaliert sollte Konsequenz beweisen und vorrangig Pflanzen verspeisen. Damit kann das Gesundheitsrisiko Rauchen zwar nicht komplett kompensiert, aber offensichtlich ein wenig abgemildert werden.
In industrialisierten Gesellschaften ist Rauchen die Hauptursache für COPD (Chronic Obstructive Pulmonary Disease; chronisch obstruktive Lungenkrankheit). Bis zu 90% der Fälle werden inzwischen dem Tabakkonsum zugeschrieben, deshalb wird das Krankheitsbild hierzulande umgangssprachlich auch von Raucherlunge genannt. Früher sprach man auch von einer Staublunge, wenn die staubigen Bedingungen am Arbeitsplatz dazu beitrugen (heutzutage in der Textilindustrie, wenn Jeans mit Glasstaub künstlich auf „alt“ getrimmt werden). Deshalb waren bislang vorrangig Männer betroffen, da Rauchen als gesellschaftlich akzeptiertes Laster von Männern galt. Seitdem Frauen in ähnlicher Intensität rauchen, erkranken auch sie an COPD.
In Kulturen mit wenig entwickelten Wirtschaftssystemen sind vorrangig Frauen betroffen. Sie verbringen einen Gutteil des Tages in der von Feuerrauch eingenebelten Hütte, während die Männer an der frischen Luft davor sitzen oder andernorts unterwegs sind.
Ein schwedisches Forscherteam interessierte sich dafür, inwieweit die Ernährung Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit hat, dass sich bei Rauchern eine COPD entwickelt. Dazu analysierten die Wissenschaftler der Universität Stockholm Daten, von 44.335 Männern (Alter von 45 - 79 Jahre), die zwischen 1997 und 2012 erhoben worden waren. Protokolliert wurde unter anderem Ernährung, Konsum von Tabak und Alkohol, Sportliche Aktivität, Bildungsniveau, Gesundheitszustand.
Während der Protokollzeit von durchschnittlich 13,2 Jahren wurden unter den beobachteten Männern 1.918 neue COPD-Fälle diagnostiziert. Umgerechnet auf 100.000 Menschen bedeutet dies eine durchschnittliche jährliche Häufigkeit von Neuerkrankungen (Inzidenz) von 328. Die Analyse nach Ernährungsgewohnheiten und Tabakkonsum ergab für Männer, die pro Tag maximal zwei Portionen Obst oder Gemüse aßen für Raucher eine Inzidenz von 1.166 und für ehemalige Raucher von 506. Demgegenüber war das Risiko für Männer, die zumindest fünf vegetarische Portionen pro Tag verzehrten deutlich geringer; bei 546 für Raucher und 255 für ehemalige Raucher. Als besonders wirksam erwiesen sich Äpfel, Birnen, Paprika und grünes Blattgemüse wohingegen Bananen, Beeren, Zitrusfrüchten, grüne Bohnen oder Wurzelgemüse nur einen geringen positiven Effekt bewirkten.
Die Forscher vermuten, dass sekundäre Pflanzenstoffe in Obst und Gemüse die Entzündungsreaktionen im Körper reduzieren und damit langfristig das Ausbilden einer chronischen Entzündung des Lungengewebes hemmen. Ein vergleichbarer Effekt vegetarischer Ernährung konnte bereits bei stressindizierte Neigung zu generalisierten Entzündungen nachgewiesen wenden.
Quellen: Westermann, H. (2017): Weniger Stress durch vegetarische Ernährung. Menschenswetter Artikel 1472, online veröffentlicht 16.03. 2017. Kaluza, J. et al. (2017): Fruit and vegetable consumption and risk of COPD: a prospective cohort study of men. Thorax, online veröffentlicht 22.02. 2017. doi: 10.1136/thoraxjnl-2015-207851
Erstellt am 12. April 2017
Zuletzt aktualisiert am 12. April 2017
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