Albedo

Albedo ist ein Maß das Rückstrahlvermögen diffus reflektierender Oberflächen, errechnet als Quotient von reflektierter zu einfallender kurzwelliger Strahlung. Eine Oberfläche mit einer Albedo von 0,3 reflektiert 30 % der einfallenden Strahlung und absorbiert 70 %. Je heller eine Oberfläche ist, desto weniger IR-Strahlung wird dort in Wärme umgewandelt sondern reflektiert, um so größer ist ihre Albedo.

Lesen Sie hierzu den Menschenswetter-Artikel: Albedo bemisst die Strahlungswärme der Sonne

Lesen Sie auch den Menschenswetter-Artikel: Spätsommersonne


Altweibersommer

Dies sind milde, sonnige und trockene Herbsttage mit kühlen Nächten. In den Morgenstunden bildet sich oft Nebel oder Tau. Der Begriff  "Altweibersommer" leitet sich von den Spinnweben ab, mit deren Hilfe die kleinen Baldachinspinnen (Zwergspinnen, Linyphiidae) im Herbst durch die Luft segeln. Die frisch gefertigten Spinnfäden (althochdeutsch „Weiben“) sind im Morgentau besonders gut zu sehen und geben den Wiesen eine verwunschene Anmutung.

Lesen Sie dazu den Menschenswetter-Artikel: Altweibersommer


Atmosphärenfluss

In der Atmosphäre wirken mächtige Strömungen, die in ihrer Gewalt und Gestalt fließenden Gewässern ähneln.
Führt ein Tief auf seiner Vorderseite Luftmassen (sub-) tropische Luftmassen nordwärts, erkennen Wettersatelliten (ergänzt durch Berechnungen der Wettermodelle) diesen Wasserdampftransport als schmales, markantes Feuchteband. Erreicht der Vorstoß feuchtwarmer Luft ein Ausmaß von rund 2.000 km Länge und 300-600 km Breite, sprechen Meterologen von einem „Atmosphärenfluss".

Lesen Sie den Menschenswetter-Artikel: panta rhei (πάντα ῥεῖ)


Berliner Phänomen

Das „Berliner Phänomen“ gilt als Indikator für eine unmittelbare bevorstehende Wetteränderung im mitteleuropäischen Winter. Es benennt einen unerwarteten Temperatursprung in der Stratosphäre.

Lesen Sie den Menschenswetter-Artikel: Westwetterlage und das Berliner Phänomen


El Niño

El Niño  oder El Niño Ereignis beschreibt ein alle zwei bis sieben Jahre wiederkehrendes, weltweit spürbares Wetterphänomen; Veränderungen der Strömungen in der Atmosphäre und im Ost-Pazifik. Unmittelbar wirksam auf die direkten Anrainer des Phänomens mit Starkregen in Ecuador und Peru sowie in nördlichen Landschaften Chiles sowie außergewöhnlicher Trockenheit und Hitze in Indonesien und Ostaustralien.

Lesen Sie hierzu den Menschenswetter-Artikel: Extremes El Niño Ereignis ebbt ab


Europäischer Sommermonsun

Wind, der mit den Jahreszeiten die vorherrschende Richtung um mindestens 120° („Monsunwinkel“) wechselt. Heute sprechen Meteorologen von einer „die allgemeine Weststörmung überlagernde monsunalen Drehung des Windvektors“.

Lesen Sie dazu den Menschenswetter-Artikel: Mitteleuropäischer Sommermonsum


Fallböen (engl. Downbursts)

Zerstörerische Winde aus sehr großen Gewitterwolken, die sich durch Rotation um die vertikale Achse stabilisieren und so sehr hohe Energiedichte und Niederschlagsmengen auf engen Raum konzentrieren. Schlagartig breiten sich große Luftmassen am Boden aus und erzeugen eine gewaltige Druckwelle.

Lesen Sie hierzu den Menschenswetter-Artikel: Kaltluft im freien Fall


Föhn

Ursprünglich galt die Bezeichnung Föhn nur für die Fallwinde der Alpen. Inzwischen kennt man den Föhneffekt aber auch von anderen Gebirgen. Für die Entstehung des Föhns gibt es mehrere meteorologische Theorien:

Thermodynamische Föhntheorie

Ein Tiefdruckgebiet nördlich der Alpen und ein Hochdruckgebiet südlich dieser orographischen Barriere streben nach Druckausgleich.

Dynamische Föhntheorie

Föhn entsteht, überall wo sich Luftmassen vor Hindernissen stauen. Meteorologen sprechen vom Mountain-Wave-Konzept der Föhnentstehung.


Lesen Sie dazu den Menschenswetter-Artikel: Föhn, dynamische Wärme durch Badewanneneffekt


Frosttag

Von einem Frosttag sprechen Meteorologen, wenn die Temperatur einmal unter 0°C fällt.
An einem Eistag darf dagegen die Lufttemperatur zu keinem Zeitpunkt über 0°C ansteigen.

Lesen Sie dazu den Menschenswetter-Artikel: Frostskala


Frühlingsbeginn

Der meteorologische Frühling beginnt am 01. März, der astronomische am 21. März mit der Tag- und Nachtgleiche. Der phänologische Frühling beginnt mit Einsetzen der ersten Blüte von Schneeglöckchen, Hasel und Erle. Innerhalb eines Monats bereitet er sich von Süden nach Norden aus (30 km und etwa 30 Höhenmeter pro Tag).

Lesen Sie den Menschenswetter-Artikel: Der Frühling ist ein Wandersmann


Gemessene vs gefühlte Temperatur

Relevante Einflussgrößen für eine Diskrepanz zwischen gefühlter und gemessener Temperatur sind: Lufttemperatur

  •  Luftfeuchte
  •  Luftbewegung / Windgeschwindigkeit
  •  Sonnenstrahlung
  •  Indirekte Strahlung; Wärmestrahlung von Boden, Gebäuden, Gewässern, …

So lässt nasskaltes Wetter frösteln, wenn bei niedriger Lufttemperatur der Wind den Regen in Böen über die Landschaft treibt. Auch bei +10°C kann eine Körperreaktion spürbar werden, die einer Temperatur unter 0°C entspricht. Ist die Luft tatsächlich frostig kalt, schwindet der Einfluss der Luftfeuchte. Eiskalte Luft enthält kaum Wasserdampf, sie ist trocken. Deshalb wird bei geringer Luftbewegung Sonnenschein bei -3°C wärmer wahrgenommen als +3°C im Regen.

Lesen Sie dazu den Menschensweater-Artikel: Nasskalt, eiskalt, gefühlte Kälte


Gewitter

Wärmegewitter

In der Atmosphäre steigt die warme Luft in den charakteristischen Wolkentürmen nach oben und kühlt dabei ab. Die Luftfeuchtigkeit kondensiert aus und fällt zu Boden. Dabei werden auch elektrische Ladungen transportiert – es einsteht innerhalb der Wolke ein elektrisches Potentialgefälle zwischen oben und unten. Mit dem gewittertypischen heftigen Regen oder Hagel verstärkt sich die Ladungstrennung, Blitze sorgen für den elektrischen Ausgleich.

Frontgewitter

Dort, wo die unterschiedlichen Luftmassen aufeinander treffen, entladen sich Schauer und Gewitter mit unterschiedlicher Intensität. Kühle und damit schwerere Luft schiebt sich unter die schwülwarme Luft und hebt diese an. Dadurch gelangt die feuchtigkeitsgesättigte Luft in höhere Atmosphäreschichten und kühlt ab, Feuchtigkeit kondensiert und fällt zu Boden – ganz so wie es von den Wärmegewittern bekannt ist.

Lesen Sie dazu den Menschenswetter-Artikel: Wärmegewitter und Frontgewitter


Hitzetage

Meteorologen sprechen von Hitzetagen, an Tagen mit Höchstwerten über 30°C.

Lesen Sie dazu den Menschenswetter-Artikel: Hitzetage und Tropennächte in Deutschland


Hitzewelle

Eine Hitzewelle wird festgestellt, sobald an mindestens drei Tagen in Folge die Maximaltemperatur 30 °C überschreitet und hält so lange an, wie die mittlere Maximaltemperatur über die gesamte Periode über 30 °C bleibt und an keinem Tag eine Maximaltemperatur von 25 °C unterschritten wird.

Lesen Sie hierzu den Menschenswetter-Artikel: Der Dürre folgt Dauerregen

 


Hochnebel

Inversionen verhindern den vertikalen Luftaustausch, sie wirken wie eine Sperrschicht. In der bodennahen Kaltluft darunter reichern sich Staub und Ruß an, die für den Wasserdampf als Kondensationskeime wirken. Kühlt die Luft während der Nacht ab, können sich an den Kondensationskeimen Wassertröpfchen bilden. Am Boden bildet sich Nebel, in der Höhe unterhalb der Absinkinversion entstehen zunächst Schichtwolken (Stratus) oder Hochnebel.

Lesen Sie dazu den Menschenswetter-Artikel: Temperaturinversion planiert Hochnebel


Höhentrog

Kaltluftvorstoß bewirkt, durch den inmitten vergleichsweise hohen Luftdrucks ein Bereich niedrigen Luftdrucks entsteht, der sich wie ein lokales Tiefdruckgebiet verhält. Reicht dieses Phänomen nicht bis zum Boden herunter (ist also von einem Barometer dort nicht feststellbar), sprechen Meteorologen von einem Trog aus höhenkalter Luft.

Lesen Sie den Menschenswetter-Artikel: Das aktuelle Wetter speist sich aus einem Trog mit höhenkalter Luft


Inversion / Inversions-Wetterlaga

Erreicht Hochdruckluft den Boden entsteht in der wetterrelevanten Troposphäre ein einheitlicher Temperaturgradient: von warmer Luft unten zu kühlerer Luft oben und Kaltluft an der Grenze zur Stratosphäre (Tropopause). Trifft absinkende Luft eines Hochs jedoch auf ein solides Kaltluftkissen am Boden ergibt sich ein uneinheitlicher Temperaturverlauf: kalt am Boden wird mit zunehmender Höhe kälter, sprunghafter Temperaturanstieg in etwa 800m Höhe (je nachdem wie mächtig das Kaltluftkissen ist), erneutes Absinken der Lufttemperatur bis zur Tropopause. Diese Temperaturumkehr nennen Meteorologen „Inversion“ (lateinisch: inversio = Umkehr).

Diese Inversionen verhindern den vertikalen Luftaustausch, sie wirken wie eine Speerschicht.

Lesen Sie dazu de Menschenswetter-Artikel: Temperaturinversion planiert Hochnebel


Isobaren

Auf typischen Wetterkarten sind Tief- und Hochdruckgebiete als Systeme konzentrischer Linien zu erkennen, die sich verlagern und dabei ihre Form und Intensität (Zahl der Linien) verändern. Diese Linien verbinden die Orte mit dem selben Luftdruck am Boden. Sie werden Isobare (griechisch: isos, gleich; báros, Gewicht, Druck) genannt.

Lesen Sie dazu den Menschensweater-Artikel: Dynamik durch Linien der Gleichheit Skizzen


Klima-Michel-Modell

Das Klima-Michel-Modell dient zur Darstellung der Gefühlten Temperatur.
Der „Michel“ ist ein 35-jährigen Mann von 1,75m Körperhöhe und 75kg Körpermasse der sich mit geringer Anstrengung bewegt (4 km/h spazieren). Die Kleidung ist den thermischen Bedingungen angemessen gewählt.

Lesen Sie dazu den Menschenswetter-Artikel: Nasskalt, eiskalt, gefühlte Kälte


Kräht der Hahn auf dem Mist, ändert sich das Wetter

Der Spott ahnungsloser Stadtbewohner ergänzt „ … oder es bleibt wie es ist“. Der orinthologisch-meteorologische Merkspruch nennt eine konkrete Alternative „kräht er auf dem Hühnerhaus, hält das Wetter die Woche aus.“

Lesen Sie hierzu den Menschenswetter-Artikel: Ornithologische Wetterprognose


Kysely-Tag

Ein Tag während einer Hitzewelle wird als Kysely-Tag bezeichnet.

Lesen Sie hierzu den Menschenswetter-Artikel: Der Dürre folgt Dauerregen

 


Latente Wärmerenergie

Meteorologen nutzen den Begriff „Latente Wärmeenergie“ vorrangig, um die in der Luft transportierte verborgene Energie zu beschreiben, die bei der Wolkenbildung frei wird, wenn Wasserdampf zu feinen Tröpfchen kondensiert.

Lesen Sie dazu den Menschenswetter-Artikel: Wetterküche heizt mit verborgener Energie


Luftfeuchte

Wassergehalt der Luft, Meteorologen unterscheiden absolute und relative Luftfeuchte. Die absolute Luftfeuchte gibt an, wieviel Wasser in der Luft enthalten ist (in Gramm Wasserdampf pro Kubikmeter Luft, g/m3). Die relative Luftfeuchte berücksichtigt, dass warme Luft mehr Wasser aufnehmen kann als kühlere. Sie gibt an, wieviel Wasser tatsächlich in der Luft enthalten ist, im Verhältnis zur bei der aktuellen Temperatur maximal möglichen Menge (Angabe in Prozent, %).
Schwüleempfinden tritt auf, wenn die absolute Luftfeuchte 13,5 g/m3 übersteigt. Möglich ist dies bereits bei 100% relativer Luftfeuchte und einer Temperatur von 16°C.

Lesen Sie dazu den Menschenswetter-Artikel: Mit der Hitze kommt die Schwüle


Martinisommer

Der Martinisommer (Martini-Sommer) bezeichnet den letzten Warmluftvorstoß vor dem ersten Wintereinbruch. Dieser Witterungsregelfall (Wettersingularität) ist nach dem Gedenktag des Heiligen Martin (11. November) benannt, da dieser Tag zumeist in diese Schönwetterperiode fällt. Dabei lenkt ein stabiles, zentral gelegenes Hochdruckgebiet mit seiner Strömung entgegen dem Uhrzeigersinn warme Luft aus Südwest (Spanien, östliches Maghreb, Mittelmeer) nach Mitteleuropa.
 
Lesen Sie den Menschenswetter-Artikel: Martinisommer


Märzwinter

Der Märzwinter ist ein Kaltluftvorstoß, häufig begleitet von leichtem Schneefall, der zwischen Ende Februar und Anfang April den Vormarsch des Frühlings zurückdrängt.

Lesen Sie dazu den Menschenswetter-Artikel:Märzwitter statt Vorfrühling


Mond und Wetter

Der Mond ist am Wetter nur mittelbar beteiligt. Dabei ist der unmittelbare Einfluss des Mondes auf die Erde enorm. Er lässt Ebbe und Flut entstehen und bewegt dabei große Mengen Wasser, das als Wärmepuffer auch Einfluss auf das Wetter hat.

Im Frühjahr und Sommer ist die See kälter als das Land, das Wasser wirkt wie eine Kühlung. Im Herbst und frühen Winter dient das aufgeheizte Wasser dagegen als Wärmequelle.

Zudem verlangsamt der Mond die Erdrotation erheblich. Ohne ihren massigen Begleiter würde sich die Erde etwa 3 bis 4 Mal schneller um die eigene Achse drehen. Ein Erdentag wäre dann nur 6 bis 8 Stunden lang. Damit würde sich das Klima und auch das Wetter auf der Erde radikal ändern.

Lesen Sie den Menschenswetter-Artikel: Wie der Mond das Wetter moduliert


Namensgebung von Hoch- und Tiefdruckgebieten

In Deutschland vergibt seit 1954 das Institut für Meteorologie der Freien Universität in Berlin diese Namen. Zunächst erhielten die Hochdruckgebiete männliche Vornamen, Tiefdruckgebiete erhielten entsprechend weibliche. Eine Idee der damaligen Studentin an der FU Berlin Karla Wege, Menschen mit fortgeschrittener  Biographie werden sich noch an sie als Meteorologin im ZDF erinnern. Für die kommenden 44 Jahre gab es nun eindeutige Benennungsregeln. Seit 1998 wechseln die Hoch- und Tiefdruckgebiete im jährlichen Turnus ihr "Geschlecht". In geraden Jahren (wie 2012) tragen die Hochdruckgebiete männliche Vornamen, in ungeraden kommen die Damen zum Zug.

Lesen Sie dazu den Menschenswetter-Artikel: Hochdruckgebiet „Eitel“, wer denkt sich eigentlich so etwas aus?


Nebel

Nebel entsteht, wenn sich feine Wassertröpfchen in Bodennähe konzentrieren, die aus kondensiertem Wasserdampf entstanden sind. Je dichter die Wassertröpfchen in der Wolke beieinander schweben, desto dichter ist der Nebel. Erst unterhalb einer Sichtweite von 1 km sprechen Meteorologen von Nebel (darüber von Dunst).

Abkühlungsnebel

Abkühlungsnebel entsteht durch Wärmeverlust in bodennahen Luftschichten. Kalte Luft kann weniger Luftfeuchte tragen als warme. Bei gleicher absoluter Luftfeuchte (Gramm Wasserdampf pro Kubikmeter Luft) steigt die relative Luftfeuchte bei sinkender Temperatur. So kann bei Abkühlung nach Sonnenuntergang die relative Luftfeuchte auf 100% ansteigen, dann kondensiert der Wasserdampf in feinen Nebeltröpfchen.

Verdunstungsnebel

Verdunstungsnebel entsteht, wenn bodennahe Luftschichten durch einen warmen und sehr feuchten Untergrund mit Wasserdampf angereichert werden und so der Taupunkt (100% relative Luftfeuchte) überschritten wird.

Mischnebel

Beim Mischungsnebel wird die Luft dadurch gesättigt, dass sich die Luft durch Mischung abkühlt und gleichzeitig mit Wasserdampf angereichert wird.

Lesen Sie dazu den Menschenswetter-Artikel: Nebel auf Wiesen und Gewässern

Lesen Sie dazu den Menschenswetter-Artikel: Frühzeitige Nebel


Niederschlagsdargebot

Die Summe aus Schmelzwasser und Regen wird als Niederschlagsdargebot bezeichnet.

Lesen Sie dazu den Menschenswetter-Artikel: Hochwasser durch Regen und Schneeschmelze

 


Nordatlantische Oszillation (NAO) - NAO-Index

Das Wetter in Europa bestimmt zumeist das Kräftemessen zwischen Azorenhoch und Islandtief. In einem Tiefdruckgebiet strömt die Luft links herum (entgegen dem Uhrzeigersinn), im Hochdruckgebiet rechts herum. So entsteht zwischen einem Tief im Norden und einem Hoch im Süden eine stabile Luftströmung von West nach Ost. Je stärker Azorenhoch und Islandtief ausgeprägt sind, um so dynamischer stürmt der Westwind. Schwächeln Hoch und Tief, schläft der Wind ein. Meteorologen nennen die Schwankung der Druckverhältnisse zwischen Azoren und Island die Nordatlantische Oszillation (NAO).

Ist NAO-Index positiv, sind Azorenhoch und Islandtief stark ausgebildet und die Westwindrift entwickelt sich entsprechend kräftig (typische für das Winterhalbjahr). Bei negativem NAO-Index sind die Druckgebilde schwach oder der Luftdruck über Island höher als über den Azoren.

Lesen Sie dazu Menschenswetter-Artikel: Westwetterlagen bei positivem NAO-Index


Omega-Wetterlage

Eine stabile Druckverteilung, mit einem kräftigen Azorenhoch über Mitteleuropa, das den Ansturm atlantischer Tiefdruckgebiete blockiert oder im weiten Bogen nach Norden ablenkt. Für Mitteleuropa bedeutet das Sonnenschein und sommerliche Wärme bei geringer Luftbewegung.

Lesen Sie dazu den Menschenswetter-Artikel: Pfingstwetter durch umgekehrte Omega-Wetterlage


Phänologie - Die phänologischen Jahreszeiten

Die Phänologie (griechisch „mir erscheint“ und –logie für „die Lehre von“) beschreibt die periodischen biologischen Prozesse, die Entwicklungsstadien charakteristischer Pflanzenarten oder die Änderungen im Verhalten der Tiere. Das Auftreten dieser Naturerscheinungen wird im phänologischen Kalender festgehalten, der zehn statt der üblichen vier Jahreszeiten kennt: Vorfrühling, Erstfrühling, Vollfrühling, Frühsommer, Hochsommer, Spätsommer, Frühherbst, Vollherbst, Spätherbst und Winter.

Lesen Sie dazu den Menschenswetter-Artikel: Der phänologische Kalender: Was uns im März so alles blühen kann ...


Phänologischer Kalender

Der Beginn der phänologischen Jahreszeiten wird durch Wachstums- und Entwicklungsphase von Pflanzen und den Verhaltensänderungen von Tieren im Jahresverlauf sowie den Zusammenhängen mit den Witterungs- und Klimaverhältnissen definiert. Der phänologische Kalender ist ein Wetter und Klima Kalender und gibt einen guten Überblick über die klimatischen Verhältnisse der jeweiligen Region. Ein Vergleich mit den Mittelwerten der langjährigen Beobachtungen erlaubt eine Einschätzung, ob das aktuelle Jahr ein besonders frühes oder ein eher spät beginnendes ist. Verfolgt man den langjährigen Trend Jahr um Jahr, so kann man durchaus auch Anhaltspunkte für einen Klimawandel erkennen.

Lesen Sie dazu den Menschenswetter-Artikel: Phänologie, der natürliche Klimamesswert


Piteraq

Am Mittelmeer weht der französische Mistral oder die kroatische Bora, auf Grönland der Piteraq. Das Wort "piteraq" stammt aus dem Grönländischen (einer eskimo-aleutischen Sprache) und bedeutet "das, was einen überfällt".

Lesen Sie hierzu den Menschenswetter-Artikel: Piteraq

 


Regen

Regen entsteht in Wolken, wenn die Temperatur einer genügend feuchten Luft sinkt, sodass bei Unterschreiten des sogenannten Sättigungspunkts/Taupunkts die Luftfeuchte kondensiert. Dabei bilden sich feine Wassertröpfchen, indem sich die Einzelmoleküle des Wasserdampfs zusammenballen und sich um kleinste Partikel wie Seesalz oder Sandstaub, sogenannte Wolken-Kondenstationskeime bilden. Durch Bewegung vereinen sich kleine Tropfen und werden größer und schwerer, bis sie aus den Wolken fallen. Ab einem Tropfen-Durchmesser von 0,5mm sprechen Meteorologen von Regen, darunter von Niesel.

Lesen Sie dazu den Menschenswetter-Artikel: Wieso Wasser vom Himmel fällt


Schafskälte

Wenn sich die Menschen Mitte Juni bereits auf den Sommerbeginn (21.06.) freuen, strömt oftmals noch einmal von Norden Polarluft bis weit nach Mitteleuropa hinein. Die Tageshöchsttemperatur sinkt deutlich, wo die Nächte sternklar bleiben kann am frühen Morgen sogar noch einmal Frost auftreten. Die Schafskälte verzieht sich meist schon nach wenigen Tagen. Der nachfolgende Temperaturanstieg zum Sommerwetter wird dann besonders markant und rasant empfunden.

Lesen Sie dazu die Menschenswetter-Artikel: Schäfskälte bringt Spätfröste sowie Die Schafskälte


Smog

Der Begriff "Smog" ist eine Kombination aus zwei Wörtern, zum einen "smoke" (engl. für Rauch) und zum anderen "fog" (engl. für Nebel). Smog bezeichnet eine starke Ansammlung von Schadstoffen innerhalb der untersten Luftschichten in der Atmosphäre.

Lesen Sie dazu den Menschenswetter-Artikel: Winterliches Gesundheitsrisiko Smog und Gesundheitsgefahr Smog droht im Winter und im Sommer

 


Sommerbeginn

Meteorologischer Sommerbeginn ist auf 01. Juni festgelegt, der astronomische Sommer beginnt am 21. Juni, dem längsten Tag, dem Tag an dem die Sonne den höchsten Stand zur Erde erreicht hat. Der phänologische Sommerbeginn wird durch der (Frucht) Reife- und Ausbreitungsphase der Natur definiert und ist damit meteorologischen Parametern wie Niederschlag, Temperatur und Sonnenstrahlung abhängig.

Lesen Sie dazu den Menschenswetter-Artikel: Endlich Sommer – nach meteorologisch nun astronomisch, bald auch phänologisch


Städtische Wärmeinsel

In der Stadt ist es zumeist wärmer als im Umland. Ober- wie auch unterirdische Bebauung der Städte verändern den Wasserhaushalt, sie reduziert die Verdunstung und damit die Abkühlung. Meteorologen sprechen von städtischen Wärmeinseln.

Lesen Sie hier zu den Menschensweater-Artikel: Die Stadt als Wärmeinsel


Taupunkt

Der Taupunkt ist die Temperatur, bei der die relative Feuchtigkeit 100 % beträgt. Eingesetzt wird das Modell des Taupunkts um zu bestimmen, wie drückend die Schwüle ausfällt. So muss eine warme und trockene Luftmasse sehr stark heruntergekühlt werden, um auf 100% Luftfeuchte zu kommen. Bei einer feuchtwarmen Luft ist sehr viel weniger Abkühlung notwendig, um die 100% relative Luftfeuchte zu erreichen.

Lesen Sie dazu den Menschenswetter-Artikel: Mit der Hitze kommt die Schwüle


Tiefdrucksumpf

Eine ausgedehnten Zone niedrigen Luftdrucks (um 1005 hPa), in der sich einzelne Tiefdruckgebiete aneinander reihen, die sich nur durch wenige hPa (< 10) voneinander abgrenzen.

Lesen Sie dazu den Menschenswetter-Artikel: Mitteleuropa steckt im Tiefdrucksumpf


Tropennächte

Meteorologen sprechen von einer Tropennacht, wenn die Luft nicht unter 20°C absinkt.

Lesen Sie dazu den Menschenswetter-Artikel: Hitzetage und Tropennächte in Deutschland


Überraschend auftretende Eisglätte

Meteorologen unterscheiden zwei Typen der überraschend auftretenden Eisglätte, die sich in ihrer Entstehung und ihrem Charakter deutlich unterscheiden:
Unterkühlter Regen (Eisregen)
Gefrierender Regen oder Tau
 
Lesen Sie dazu den Menschenswetter-Artikel: Eisregen und gefrierender Regel


Umgekehrte Omega-Wetterlage

Sie entsteht an der Vorderseite eines ausgeprägten Tiefdruckbereiches von Island über Frankreich und das westliche Mittelmeer bis nach Nordafrika. Westlich und östlich davon dominiert hoher Luftdruck, der die Kette von Tiefdruckgebieten flankiert und damit deren Ost-Verschiebung abbremst oder sogar verhindert. Wird diese Luftdruckverteilung vom georgraphischen Nordpol aus betrachtet (ein meteorologischer Bezugspunkt) erinnert die Tiefdruckeinstülpung in die Hochdruckumgebung an den griechischen Buchstaben Omega. Da alle modernen Landkarten, auch meteorologische, nach Norden weisen, steht das Omega bei normaler Kartenansicht auf den Kopf. Deshalb spricht man von einer umgekehrten Omega-Wetterlage.

Lesen Sie dazu den Menschenswetter-Artikel: Pfingswetter durch umgekehrte Omega-Wetterlage


Vogelzug

Die v-förmige Formation der großen Wasservögel sobald diese gen Süden ziehen zeigt den Vogelzug an. Wann die Zugvögel aufbrechen hängt von vielen Faktoren ab, beispielsweise der Tageslänge aber auch vom Wetter und der Verfügbarkeit von Nahrung.

Lesen Sie hierzu den Menschenswetter-Artikel: Ornithologische Wetterprognose


Vollwetter

Meteorologen bezeichnen Wetterlagen mit einem sehr wechselhaften und dynamischen Verlauf als Vollwetter.

Lesen Sie dazu den Menschenswetter-Artikel: Vollwetter


Westwetterlage

Die Westwetterlage ist eine nachhaltig wirksame, oft über mehrere Wochen stabile, Großwetterlage. Dabei ziehen Tiefdruckgebiete, die sich über Grönland bilden, in rascher Folge vom Nordatlantik über die Nordsee nach Skandinavien. So können sich mehrtägige Episoden mit zahlreichen Schauern oder länger andauernden Niederschlägen mit kurzen, wenige Tage andauernden trockenen und manchmal auch sonnigen Perioden abwechseln. Im Winter bleibt es bei Westwetterlagen aufgrund des warmen Golfstroms relativ mild. Im Sommer wirkt der Atlantik dagegen kühlend.

Lesen Sie den Menschenswetter-Artikel: Mitteleuropäische Westwetterlage


Wetterradar oder Regenradar

Bildgebendes Verfahren zur flächendeckenden Niederschlagsbeobachtung via Radarstationen (aktuelle 16 über ganz Deutschland verteilte Stationen. Gemessen wir der Niederschlag in der unteren Atmosphäre, dazu sendet eine rotierende Radarantenne elektromagnetische Mikrowellen. Treffen diese Wellen in der Atmosphäre auf Wassertröpfchen werden sie teilweise reflektiert, so dass sie vom Radargerät wieder empfangen werden können. Aus der Laufzeit des Signals zwischen Aussendung und Empfang kann die Entfernung zum Niederschlagsgebietes bestimmt werden. Die Stärke des reflektierten Signals ist ein Maß für die Dichte an Regentropfen, ein Hinweis auf die Niederschlagsintensität und damit auch die Niederschlagsmenge.

Lesen Sie dazu den Menschenswetter-Artikel: Meteorologische Fernerkundung I: Das Wetterradar


Wettersatelliten

Spezielle Weltraumsatelliten liefern das Komplette Bild des aktuellen Wettergeschehens und somit die Grundlage für eine Prognose der Wetterentwicklung. Beobachtet und aufgezeichnet werden Informationen zu Wolken, Windbewegungen, Strahlungstemperaturen, Schnee- und Eisbedeckung sowie Oberflächentemperatur von Wasser- und Landflächen. Unterschieden werden geostationäre Wettersatelliten, sie umkreisen die Erde in 36.000 km Höhe parallel zum Äquator sowie polarumlaufende Satelliten, sie kreisen von Pol zu Pol in etwa 800 km Höhe.

Lesen Sie dazu den Menschenswetter-Artikel: Meteorologische Fernerkundung II: Wettersatelliten


Wind und Wellen

Wind, der über Wasser weht erzeugt Wellen. Dabei bestimmen Geschwindigkeit, Einwirkungsdauer und Eindringtiefe des Windes an der Wasseroberfläche die Größe und die Gestalt der Wellen. Durch den Wind reibt sich die Luft an der Wasserfläche. Je stärker der Wind weht, desto größer ist die Eindringtiefe des Winddruckeffekts. Dadurch schaukeln sich die Wassermoleküle auf, sie geraten in Schwingung.

Lesen Sie dazu den Menschenswetter-Artikel: Stürmische Wind- und Wasserwellen


Windchill-Effekt

Wesentlich für die Differenz zwischen empfundener und abgelesener Temperatur ist der Windchill-Effekt. Er beschreibt die Abkühlung der Haut durch den Wind; bei höherer Windgeschwindigkeit ist die Wirkung stärker als bei Flaute. Ursache dafür ist die Unfähigkeit der Menschen absolute Temperaturen zu unterscheiden. Wie alle Säugetiere messen die Rezeptoren der Haut nicht die Umgebungstemperatur, sondern den Wärmeverlust des Körpers. Für ein Individuum, das auf eine konstante Körpertemperatur angewiesen ist, ist das eine überlebenswichtige und somit auch eine erwartbar evolutionär erfolgreiche Lösung.

Lesen Sie den Menschenswetter-Artikel: Windchill und die gefühlte Temperatur


Winde mit und ohne Namen

Wie Scirocco, Mistral und Bora sowie Meltemi und Vento entstehen?
 
Lesen Sie dazu den Menschenswetter-Artikel: Warum der Wind weht


Wolkennamen

Die Benennung von Wolken geht auf englischen Pharmazeut und Hobbymeteorologe L. Howard zurück. Er schlug 1802 in seiner Schrift „On The Modification of Clouds“ vor, die Wolken in Anlehnung an die biologische Taxonomie zu klassifizieren: nach Familien, Gattungen, Arten und Unterarten. Seine Einteilung ist heute noch als internationale Klassifikation gebräuchlich.

Wolkenfamilien

Die Einteilung erfolgt nach der Höhe der Wolken
Strato: Tiefe Wolken, in der Höhe 0 bis 2 km
Alto: Mittelhohe Wolken, in einer Höhe von 2 bis 7 km
Cirro: Hohe Wolken, in der Höhe 7 bis 13 km
Nimbo: Wolken mit großer vertikaler Ausrichtung und über mehrere Höhenschichten

Wolkengattung

Zumeist werden pro Familie zwei Gattungen nach der Richtung ihrer Ausdehnung unterschieden
Cumulus: Haufenförmige Wolken
Stratus: Schichtförmige Wolken

Wolkenarten und Unterarten

Die Arten beschreiben die Gestalt der Wolken, zum Beispiel, ob sie linsenförmig (lenticularis) oder schichtartig (stratiformis) sind. In den Unterarten werden weitere Eigenschaften wie Lichtdurchlässigkeit und Anordnung beschreiben.

Lesen Sie dazu den Menschenswetter-Artikel: Wolkennamen


Wüstentag

Ein Wüstentag ist ein Tag, an dem die Temperatur über 35°C steigt.

Lesen Sie hierzu den Menschenswetter-Artikel: Der Dürre folgt Dauerregen